Die tote Stadt

Die Handlung spielt in Brügge – als Synonym einer Stadt, die von der Erinnerung an die Vergangenheit lebt.
Der Witwer Paul kultiviert in einem „Tempel der Erinnerungen“ das Gedenken an seine jung verstorbene Frau Marie. Durch die Begegnung mit der Tänzerin Marietta – die Marie äußerlich zwar verblüffend gleicht, wesensmäßig jedoch ganz und gar nicht – gerät dieses nekrophile Arrangement in eine Schieflage. Realität und Vision sind für Paul nicht mehr zu trennen. Fehlgeleitete Projektion und Wunschdenken bedingen Eifersucht und Hass. Schließlich steigert sich die emotional aufgereizte Auseinandersetzung zwischen Paul und der Tänzerin bis ins mörderische Extrem. Am Ende steht jedoch nicht der Tod, sondern das Bekenntnis zum Leben. In Brünn als Sohn eines renommierten Musikkritikers geboren und in Wien aufgewachsen, durchlief Erich Wolfgang Korngold eine Entwicklung vom musikalischen „Wunderkind“ zu einem der meistgefeierten Komponisten seiner Generation. Mit gerade 23 Jahren katapultierte ihn die Uraufführung seiner bis Heute berühmtesten Oper „Die tote Stadt“, die am 4. Dezember 1920 zeitgleich in Köln und Hamburg Premiere feierte, an die Spitze der damaligen Komponistenriege. Anfang der 1930er Jahre war er als Professor an der Wiener Musikakademie tätig. Im Exil in den USA war er ab 1935 bei Warner Brothers erfolgreich und erhielt zwei Oscars für seine Filmkompositionen. Ab der zweiten Hälfte der 1940er-Jahre widmete er sich wieder uneingeschränkt seiner symphonischen Tätigkeit.

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