Die gelbe Tapete

von Charlotte Perkins Gilman
In der Übersetzung von Gerlinde Kowitzke

 

Eine junge Frau erlebt nach der Geburt ihres Kindes Zustände von Niedergeschlagenheit und Erschöpfung. Auch ist sie außer Lage, sich um das Neugeborene zu kümmern. Ihr Mann, der Arzt ist, bescheinigt ihr eine »nervöse Depression« und »Hysterie« und bringt sie auf einen abgeschiedenen Landsitz, wo sie fern von Tätigkeit, Gesellschaft und Abwechslung Erholung finden soll. Das Zimmer, in dem sie nun den Großteil ihrer Zeit verbringt, hat eine abgerissene gelbe Tapete. Ihre Farbe, der Geruch und die wirre Struktur beschäftigen, verängstigen und faszinieren die junge Frau gleichermaßen. Bald erkennt sie eingesperrt hinter dem Muster eine Frau, die sich aus ihrer Gefangenschaft herauszukämpfen versucht. Sie beschliesst, ihr zu helfen.

Charlotte Perkins Gilmans autobiographisch geprägte Geschichte DIE GELBE TAPETE erschien 1892 – lange bevor das Krankheitsbild der »postnatalen Depression« überhaupt zum Begriff wurde. Eindrücklich beschreibt die US-amerikanische Autorin und Frauenrechtlerin das Gefühlsleben ihrer Protagonistin und offenbart zugleich die Ausweglosigkeit und Entmündigung, die sie erlebt, weil sie vom weiblichen Rollenbild der glücklichen und selbstlos liebenden Mutter abweicht. Die Regisseurin Sarah Larisch bringt Gilmans Erzählung in der Reihe Werkstücke auf die Bühne des Depot 2 und schafft eine intime Anordnung, in der das Publikum mit der Frau zusammen den Raum mit der gelben Tapete betritt.

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05.10.2022 / 20:00 Uhr Z A 17,00 €
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